Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Am 18. und 19. Juli 2026 fand in Falckenstein wieder der beliebte Aufbaukurs Gruppenführung (GDL Dive Group Leader) des VDST-Landesverbandes Schleswig-Holstein statt. Insgesamt 13 motivierte Taucherinnen und Taucher stellten sich der Aufgabe, den nächsten Schritt auf ihrem taucherischen Weg zu gehen.
Der Kurs vermittelt die Fähigkeiten, Tauchgruppen sicher zu planen, zu führen und Verantwortung unter sowie über Wasser zu übernehmen. Dazu gehören neben der Organisation und Durchführung eines Tauchgangs auch Navigation, Kommunikation, Risikobewertung sowie der richtige Umgang mit unerwarteten Situationen: Fähigkeiten, die für den sicheren Vereins- und Ausbildungstauchbetrieb unverzichtbar sind.
Wie so oft begann das Wochenende für unsere Crew jedoch nicht erst am Freitag. Bereits Tage zuvor wurde geplant, aufgebaut und vorbereitet. Neben organisatorischen Herausforderungen sorgte insbesondere die Küchencrew mit kleinen Eskalationen an der Suppenfront und jeder Menge Kuchenspaß dafür, dass am Ende alles bestens vorbereitet war.
Am Samstagmorgen trafen die ersten Helfer schon früh ein, um die letzten Vorbereitungen für den Empfang der Teilnehmenden zu treffen. Nach und nach füllte sich das Vereinsheim. Wie immer begann der Tag mit Anmeldung, dem Schleppen von reichlich Gerödel und der wichtigen Frage, wo später wohl der beste Platz für die Kaffeepause sein würde.
Pünktlich um 9 Uhr begrüßte Seminarleiter Matthias die Runde. Nach der Vorstellung der insgesamt sieben Ausbilderinnen und Ausbilder sowie aller Teilnehmenden startete der Kurs mit einer kleinen Fragerunde, bevor es direkt in die ersten Gruppenaufgaben ging. Gemeinsam wurden typische Herausforderungen einer Gruppenführung besprochen: von kleinen Unaufmerksamkeiten bis hin zu Situationen, die unter Wasser ein gutes Maß an Übersicht, Kommunikation und Entscheidungssicherheit verlangen.
Währenddessen verrichtete die Kaffeemaschine zuverlässig ihren Dienst und sorgte für den notwendigen Treibstoff, denn das Programm war abwechslungsreich und anspruchsvoll.
Das Wetter spielte ebenfalls mit: trockenes Sommerwetter, eine ruhige Ostsee und angenehme Temperaturen steigerten die Vorfreude auf die bevorstehenden Tauchgänge.
Im Anschluss führte uns Niklas mit spannenden Spielen und Gruppenaufgaben durch verschiedene Situationen, die eindrucksvoll zeigten, wie wichtig Kommunikation, Vertrauen und gutes Zusammenspiel innerhalb einer Tauchgruppe sind. Manche Aufgaben sorgten für viel Schmunzeln, andere für konzentriertes Stirnrunzeln, gleichzeitig wurde aber schnell deutlich, wie entscheidend klare Absprachen für eine sichere Gruppenführung sind.
Danach folgte eine Demonstration verschiedener Bojen sowie der richtigen Technik zum Setzen. Präsentiert wurde diese von unserem frisch gebackenen TL2 Michael, dem wir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich zur bestandenen Prüfung gratulieren möchten.
Nach einem stärkenden Mittagssnack wurde es praktisch: In kleinen Gruppen übernahmen die Teilnehmenden nacheinander die Rolle des Gruppenführers. Briefing, Navigation, Bojen setzen, Orientierung und das gleichzeitige Behalten der gesamten Gruppe wollten miteinander in Einklang gebracht werden.
Während die Gruppen im Wasser unterwegs waren, sorgte unsere Strandwache zuverlässig dafür, dass an Land jederzeit ein wachsames Auge auf den Tauchbetrieb gerichtet war. Ob Ein- und Ausstieg oder einfach der Überblick über alle Gruppen, es war gut zu wissen, dass auch über Wasser jederzeit jemand den Überblick behielt.
Mit wechselnden Rollen verging der Nachmittag wie im Flug. Erstaunlich schnell stellte jeder fest, dass Gruppenführung deutlich mehr bedeutet, als einfach vorneweg zu schwimmen.
Nach jedem Tauchgang wurden die aufgezeichneten GPS-Daten gemeinsam ausgewertet. So konnten die einzelnen Gruppen ihre Navigation, den gewählten Kurs und ihre Entscheidungen unter Wasser direkt nachvollziehen und gemeinsam mit den Ausbilderinnen und Ausbildern besprechen. Beeindruckend war zu sehen, wie unterschiedlich dieselben Aufgaben gelöst wurden: von nahezu perfekten Kursen bis hin zu kreativen Interpretationen der geplanten Strecke. Die GPS-Auswertung zeigte eindrucksvoll, dass zwischen einer schnurgeraden Gruppenführung und moderner Unterwasserkunst manchmal nur wenige Grad Kompassabweichung liegen.
Zwischendurch sorgten hervorragender Kaffee und ein beeindruckendes Kuchenbuffet für neue Energie. Ein ganz besonderer Dank geht an den fantastischen Johannisbeerkuchen, der sich schnell zu einem heimlichen Highlight des Tages entwickelte.
Am Abend wurden die ersten Eindrücke gesammelt und Erfahrungen ausgetauscht. Man merkte schnell, wie aus einer Gruppe von Teilnehmenden langsam ein echtes Team wurde. Gegen 20 Uhr endete der erste Seminartag. Gemeinsam wurde noch aufgeräumt, Tauchflaschen gefüllt und anschließend ging es mit vielen neuen Eindrücken in die wohlverdiente, kuschelige Waagerechte.
Sonntag: Jetzt wird's spannend
Der Sonntag begann erneut früh und versprach schon nach der Begrüßung weitere erlebnisreiche Tauchgänge. Sonne und Wolken wechselten sich ab, ein leichter Wind sorgte für etwas Bewegung auf der Ostsee und auch unter Wasser warteten wieder interessante Aufgaben auf die Gruppen.
In zwei abwechslungsreichen Tauchgängen zeigte sich schnell, dass eine Gruppenführung selten nach Lehrbuch verläuft. Erstaunlich, wie viele Flossen an einem Wochenende plötzlich beschlossen, ihre Besitzer zu verlassen und ebenso erstaunlich, wie schnell zwei eigentlich getrennte Tauchgruppen den Eindruck erwecken konnten, sie hätten von Anfang an den gleichen Tauchplan gehabt.
Dank des theoretischen Wissens vom Vortag meisterten die Teilnehmenden diese und viele weitere Situationen souverän. Gleichzeitig wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Aufgabe einer Gruppenführerin oder eines Gruppenführers tatsächlich ist. Man muss navigieren, kommunizieren, die Gruppe im Blick behalten, den Tauchgang überwachen und gleichzeitig flexibel auf unerwartete Ereignisse reagieren. Genau diese Mischung macht die Gruppenführung aber auch so spannend und abwechslungsreich.
Natürlich durfte auch heute die gemeinsame Auswertung der GPS-Aufzeichnungen nicht fehlen. Die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll, wie deutlich sich die Erfahrungen vom Vortag bereits bemerkbar machten. Viele Gruppen führten ihre Tauchgänge noch strukturierter und ruhiger durch, während andere kleine Abweichungen als wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Gruppenführungen mitnahmen. Gerade diese gemeinsame Nachbesprechung sorgte für viele Aha-Momente und machte den Lernerfolg für alle sichtbar.
Natürlich durfte auch die Verpflegung nicht fehlen. Neben leckeren Snacks wartete erneut unsere inzwischen legendäre Suppe auf die hungrigen Taucherinnen und Taucher. In ihrer überarbeiteten Variante schmeckte sie am zweiten Tag sogar noch besser und fand entsprechend großen Zuspruch.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Wochenendes nahmen alle Teilnehmenden nicht nur neues Wissen und praktische Erfahrungen mit nach Hause, sondern auch ein besseres Verständnis dafür, wie wichtig engagierte Gruppenführerinnen und Gruppenführer für unseren Tauchsport sind.
Gerade in unseren Vereinen brauchen wir Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Gute Gruppenführer sorgen nicht nur für sichere Tauchgänge, sondern begleiten andere Taucherinnen und Taucher auf Unterwasserabenteuern, vermitteln Erfahrung und schaffen Vertrauen. Wer den Schritt zum GDL Dive Group Leader geht, entwickelt sich nicht nur selbst weiter, sondern leistet einen wichtigen Beitrag für unseren gemeinsamen Tauchsport. Deshalb freuen wir uns über jede und jeden, der diesen Weg einschlägt 💕
Zum Abschluss möchten wir uns ganz herzlich bei unserer großartigen Helfer- und Küchencrew bedanken, die das gesamte Wochenende über für einen reibungslosen Ablauf und beste Verpflegung gesorgt hat. Ebenso gilt unser Dank unserem Seminarleiter und den insgesamt acht Ausbilderinnen und Ausbildern, die ihr Wissen mit viel Engagement, Geduld und guter Laune vermittelt haben. Ebenso bedanken wir uns bei allen motivierten Teilnehmenden, die mit Offenheit, Teamgeist und viel Freude zum Gelingen dieses rundum schönen Seminars beigetragen haben.
Wir wünschen allen frisch ausgebildeten Gruppenführerinnen und Gruppenführern allzeit sichere Tauchgänge, stets den richtigen Überblick und immer genügend begeisterte Taucherinnen und Taucher, denen sie die faszinierende Unterwasserwelt mit Freude näherbringen können.
– Bericht von Janine, Fotos & Video von Nina